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Die ganzheitliche Bestatterin Margarete Bader-Tschan über ihren Werdegang

Eingebung
Einmal, es war im Frühling vor meinem 39. Geburtstag, fuhr ich mit dem Velo von einem Arztbesuch nach Hause. Ich erinnere mich noch genau an den Ort. Es war beim Sternen auf dem Velostreifen, als ich innerlich mit Gott und der Welt wetterte: “Wenn ich nur wüsste, was aus mir werden soll, dann könnte ich Bücher lesen, Kurse besuchen oder eine entsprechende Ausbildung beginnen! “ dachte ich fieberhaft. In diesem Augenblick ertönte deutlich eine innere Stimme und ich hörte ein Wort, nur dieses eine Wort:“ Bestatterin“.

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Wie werde ich Bestatterin?“Diese Frage beschäftigte mich von diesem magischen Augenblick an - nebst der Familienarbeit und den Aufgaben, die ich in der Gemeinde angenommen hatte. Unsere Söhne waren damals 13, 11 und 5 Jahre alt. Fünf Jahre später, im Sommer 1999 war es dann soweit: Charona nahm mit dem himmelblauen Bestattungwagen und einem zeitgemässen Konzept die Arbeit im Bestattungswesen auf.

Charona – die Pionierin
Der Name Charona stammt von Charon, dem Fährmann aus der griechischen Mythologie. Als Fährfrau kann ich seither die Zeit zwischen Tod und Begräbnis - farbiger und mit Ritualen lebendiger gestalten. Natürlich immer in Verbundenheit mit den Angehörigen. Auf diese Weise kann ein bewusster und bedeutungsvoller erster Schritt im Abschiedsprozess möglich werden. Das Bestattungswesen rund um Solothurn wurde von Charona geprägt. Nun, es erhielt Frische und Farbe oder Inspiration wie mir ein Mitbewerber sagte. Für konfessionsfreie oder kirchenferne Menschen habe ich schon bald individuelle und kreative Abschiedsfeiern angeboten.
In elf Jahren engagierter Pionierarbeit mit Charona habe ich mittlerweile etwa 800 Verstorbene und ihre Angehörigen begleitet. Von der einfachen Beisetzung bis zum aufwändigsten Begräbnis, inklusive Abschiedszeremonie. Hinzu kommen unzählige Vorträge und Kurse . Der Tod war lange Zeit tabu - das Verlangen Licht und Information, in diesen doch eher düsteren Ort des Todes zu bringen, ist gross. Und es betrifft uns ja alle.

Medien
Die Medien haben sich für die ganzheitliche Bestatterin von Anfang an interessiert. Viele Artikel sind erschienen. 2001 erhielt ich eine Einladung in die TV Sendung von Kurt Aeschbacher. Andere TV Sendungen folgten. In der Solothurner Zeitung durfte ich während vier Jahren eine Kolumne schreiben. Es sind 25 geworden. Zum achten Jahrestag von Charona ist das Büchlein „ Mit Ritualen würdevoll Abschied nehmen“ erschienen. Ein Handbuch für die Zeit, in der ein Mensch stirbt oder gestorben ist. Im Januar 2010 erschien im NZZ Folio ein eindrücklicher Bericht über eine Frau, die ich auf dem letzten Weg begleiten durfte. „Bea geht“ von Reto U. Schneider.
Vieles ist mir auf dem Weg als Fährfrau von Charona - begegnet anderes wollte erarbeitet werden. In Weiterbildungen, Büchern ständiger Supervision holte und hole ich mir seit jeher neue Impulse und Wissen. Auf Unterstützung aus meinem Umfeld darf ich jeder Zeit zählen. Als Fährfrau von Chaorna erlebe ich immer wieder von neuem, was wirklich wichtig ist im Leben.

Hochzeit und Tauffeier
Übrigens in letzter Zeit häufen sich Anfragen, ein Kind willkommen zu heissen oder eine Verbindung zu segnen. Rituale für freudige Ereignisse beglücken und berühren mich ausserordentlich. So verbinden sich Anfang und Ende, Trauriges und Glückliches findet zusammen

Margarete Bader-Tschan im August 2010.

 

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